Staatstheater Nürnberg

Schauspiel

Ich bin nicht, was ich bin (Viola in "Was ihr wollt")

Sexualität, Macht und Identität hängen auf vielfache Weise zusammen. In den letzten Jahren zeigte das nicht nur die #MeToo-Debatte, sondern auch ein wachsendes Bewusstsein für Trans- und Crossgender, dafür, dass Grenzen fließend sind und Geschlechter wählbar. Und wo könnte man Fragen von Rolle und (Selbst-)Darstellung besser stellen, als auf dem Theater?

„Ich bin nicht, was ich bin“, wird die als Mann so verführerische Viola am Ende unserer zweiten Spielzeit sagen. Shakespeares „Was ihr wollt“ ist Schlusspunkt einer thematischen Linie, der zu folgen wir Sie herzlich einladen! Mit Euripides und Ibsen blicken wir auf Frauenbilder und Widerstand in antiker und bürgerlicher Kultur, mit einer deutschsprachigen Erstaufführung auf die Kunstform des Drag. Kleists „Amphitryon“ und Schnitzlers „Reigen“ stellen Macht- und Geschlechterfragen ebenso wie ein Abend über Männlichkeit mit Liedern von Frauen. Aber auch andere aktuelle gesellschaftliche Phänomene nehmen wir in den Blick - wie etwa Reality-TV als Keimzelle des medialen Selbstdarstellungswahns, oder die Zukunft der Erwerbsarbeit, die wir mit einem Theater-Game im Rahmen unseres Programmschwerpunktes der neuen Formen erkunden.

Ein möglichst breites Spektrum an Theatersprachen ist weiterhin unser Konzept. Der seit Jahrzehnten an großen Theatern etablierte Andreas Kriegenburg wird ebenso dazu beitragen wie die junge Slowenin Eva Nina Lampič, die erstmals in Deutschland inszeniert. Das Internationale bleibt uns wichtig mit der Fortsetzung der Reihe „Import/Export“. Und die beliebte 3. Etage bietet neben Slams und Sessions weiterhin Raum für etwas Unverzichtbares im Theater: Austausch. In diesem Sinne freuen wir uns auf viele Begegnungen und Gespräche bei uns im Schauspiel!

Ihr Jan Philipp Gloger
Schauspieldirektor

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