Staatstheater Nürnberg

Oper

Kunst, aber nicht künstlich!

Oper ist eine faszinierende und höchst seltsame Kunstform. Sie kann Welten erschaffen und versinken lassen, kann Gefühle und Leidenschaften in Musik fassen und ihnen einen Ausdruck geben. Sie ist ein Zusammenwirken vieler Künste – Dichtung, Musik und Bild – und dabei das Künstlichste überhaupt. Denn wann käme es in unserer Wirklichkeit vor, dass Menschen miteinander singen, statt miteinander zu reden, zu flüstern, zu schreien?
Das Wunderbare, Unbegreifliche an der Oper ist, dass sie ganz künstlich ist und doch ganz wahr. Weil die Musik uns hilft, die Figuren auf der Bühne zu verstehen, ihre Liebe, ihre Angst, ihre Not, ihre Güte oder Grausamkeit. Aber wer es sich in der Künstlichkeit gemütlich macht, wird den Sinn der Werke nicht finden. Eine Melodie ist noch keine Geschichte. Wir wollen mithilfe des Scheins wahre Geschichten von echten Menschen erzählen. Nicht die Konflikte im Bad der Töne auflösen. Die großen Werke der Vergangenheit sind nicht niedlich, sondern radikal. Im Lauf von Jahrzehnten und Jahrhunderten haben wir uns an sie gewöhnt, aber gewöhnlich sind sie eben nicht.
Wir möchten Sie mitnehmen auf eine Reise zu den Gipfeln und den Abgründen der Oper, durch die Geschichte Europas, der Musik und der Menschheit. Mit einem Ensemble aus Sänger*innen, die sich jede Situation, jedes Gefühl, jeden Ton immer wieder aufs Neue erobern. Die ihre Rolle nicht spielen, weil das eben so ist, sondern weil sie in diesem Moment gespielt werden muss, so und nicht anders. Wir wollen an den Werken Vergnügen haben, weil wir sie ernst nehmen.

Herzlich, Ihr
Jens-Daniel Herzog
Staatsintendant und Operndirektor

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