Staatstheater Nürnberg
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Ballett

New Bal­lets Russes

Choreografien von Richard Siegal

Samstag, 28.02.2026

19.00 - 20.45 Uhr

mit einer Pause

Vorstellung

18.30 Uhr Einführung (auf Englisch)

Opernhaus

Abo S2

New Ballets Russes header

Pulcinella (UA) und Petruschka

Musik von Igor Strawinsky

Nur wenige Compagnien haben das europäische Ballett des 20. Jahrhunderts so stark geprägt wie die Ballets Russes von Sergej Diaghilew. Trotz ihres relativ kurzen Bestehens von nur zwei Jahrzehnten hinterließ diese Compagnie einen unauslöschlichen Eindruck in ihrer Kunstgattung. Les Ballets Russes werden nicht nur für ihre virtuosen Tänze und lebendigen Erzählungen gefeiert, sondern auch für ihren bahnbrechenden interdisziplinären Ansatz. Durch die Zusammenarbeit mit Koryphäen wie Matisse, Picasso, Strawinsky, Satie, Nijinska und Fokine verfolgte die Compagnie eine kühne Mission: die Grenzen des Balletts zu erweitern, aber auch den Respekt vor den Traditionen und dem Wissen anderer Disziplinen zu fördern. Dieses Ethos bildet den Kern des kreativen Antriebs des Staatstheater Nürnberg Ballet of Difference.

„New Ballets Russes“ ist nicht nur eine Neuinterpretation der Werke von Les Ballets Russes, sondern stellt auch eine provokante Frage: Was bedeutet der Geist Diaghilews heute, neu befragt unter radikal anderen kulturellen und sozialen Bedingungen? In „Petruschka“ (Choreografie aus dem Jahr 2022) erweckt Richard Siegal Strawinskys Klassiker mit einer akribischen Untersuchung seiner musikalischen und erzählerischen Architektur zu neuem Leben, das durch Flora Mirandas farbenfrohe Kostüme, Matthias Singers starkes Lichtdesign und Jean-Marc Puissants Neuinterpretation des ursprünglichen Bühnenbilds zum Ausdruck kommt.

Mit „Pulcinella“ (UA), einer Neuinterpretation von Strawinskys bahnbrechender Komposition, vertieft Siegal seine Auseinandersetzung mit dem Erbe der Ballets Russes – eine „Epiphanie“, wie Strawinsky selbst sagte, die die Möglichkeiten seiner späten Schaffensperiode eröffnete. Mit seiner spielerischen und doch zum Nachdenken anregenden Erzählung lädt „Pulcinella“ dazu ein, über Themen wie Täuschung, Liebe und Transformation nachzudenken. Mehr noch, es zwingt uns dazu, den Wert der Tradition als Grundlage für das zeitgenössische Ballett zu hinterfragen. Aus Siegals Perspektive ist der revolutionäre Geist Diaghilews kein Relikt der Vergangenheit, sondern eine dynamische Kraft, die die Zukunft der Kunstform weiterhin prägt.

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Team

Musikalische Leitung

Choreografie, Inszenierung

Bühne

Kostüme

Dramaturgie

Licht, Video

Termine und Besetzung

Besetzung am 28.02.2026

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Fotos
FOTO(S) © Pedro Malinowski
Pressestimmen
Nürnberger Nachrichten

„'Pulcinella' [funkelt] so leicht und so präzise wie eine hingeworfene Skizze. (...) Das 'Staatstheater Nürnberg Ballet of Difference' stürzt sich mit spürbarer Lust in Strawinskys Musik, die Staatsphilharmonie zeichnet scharf die Kontraste zwischen treibenden Rhythmen und lyrischen Passagen. Das alles macht „Petruschka“ zu einem vibrierend gegenwärtigen Stück Tanztheater. (...) Zusammen mit der neobarocken Parabel 'Pulcinella' zielt 'Petruschka' ins Herz unserer Gegenwart und bekräftigt den Anspruch des zeitgenössischen Balletts, starke Kommentare zum Weltgeschehen jenseits der Bühne abzugeben.“

Thomas Heinold, NN

Süddeutsche Zeitung

„Die Staatsphilharmonie Nürnberg unter Jan Croonenbroeck spielt grandios. (...) [Siegals] Tänzerinnen und Tänzer sind mitreißend, hinreißend, wechseln rasant Referenzebenen und Zitate, von praller Folklore und wortreich neapolitanischer Pantomime zu höfischem Gestus, von Schwerelosigkeit auf Spitze bis zu zeitgenössischer Tanzpraxis. Sergei Djagilew und Co. wären begeistert. (...) Im Original der 'Ballets Russes' sind es Petruschka und ein 'Mohr', die um die Gunst einer Ballerina buhlen. Blackfacing im weißen System des Tanzes, Rassismus, Exotismus, Sexismus, tief eingeschrieben auch in Strawinskys Partitur: Siegal bricht die diskriminierenden Rollenzuschreibungen konsequent auf, löst sich von Gendergrenzen und kulturellen Verstrickungen.“

Jutta Czeguhn, Süddeutsche Zeitung

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