Staatstheater Nürnberg
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Schauspiel

Nora

von Henrik Ibsen

Regie und Bühne: Andreas Kriegenburg

Mittwoch, 19.02.2020

19:30 Uhr

Schauspielhaus

Abo R1

Nora führt ein scheinbar glückliches Leben als Ehefrau und Mutter, bis eine folgenschwere Geschichte aus der Vergangenheit nicht nur ihre Ehe, sondern auch ihre gesamte Existenz zu zerstören droht und sie zu einer radikalen Entscheidung zwingt. Als Henrik Ibsens „Nora“ 1879 auf die Bühnen kam, wurde der erwachende Emanzipationswille seiner Protagonistin als Provokation wahrgenommen. Heute sieht Regisseur Andreas Kriegenburg die Provokation des Stückes dagegen in der Vorführung eines Weiblichkeitsmodells, das vermeintlich überholt ist und dabei immer noch irritierend wiedererkennbar.

Beschreibung

Seit acht Jahren sind Nora und Helmer anscheinend glücklich verheiratet. Zum bürgerlichen Lebensentwurf gehören drei wohlgeratene Kinder ebenso wie eine gesicherte finanzielle Situation und das gemütliche Zuhause. Die Zuständigkeiten sind Geschlechterrollen-traditionell verteilt. Helmer betreibt als ausgebildeter Jurist seine Karriere als Banker und sichert den Familienunterhalt, Nora repräsentiert und schmückt im doppelten Wortsinn das Heim. Tatsächlich sind ihre Jugend und Schönheit eine deutlich tragfähigere Investition in das gemeinsame Lebensmodell als ihre eher oberflächlichen Versuche, sich als Hausfrau und Mutter in den Familienalltag einzubringen. So weit, so gut, so vermeintlich harmonisch wie erwartbar in einem Dramentext, der im Jahr 1879 auf die Bühnen kam. Erstaunlich war zur Entstehungszeit allerdings die weitere Entwicklung des Plots, der lange vor Etablierung der Frauenrechts- und Gleichstellungsbewegungen die Emanzipation seiner Protagonistin aus den beengenden Verhältnissen einer festgelegten Gesellschafts- und Werteordnung beschreibt. Ibsens visionäre Perspektive trat einen veritablen Skandal aber auch feministische Initiativen los, die gesellschaftspolitisch nicht ohne Folgen geblieben sind. 140 Jahre später stellen sich viele der von Nora problematisierten Dinge also etwas anders und glücklicherweise besser dar. Und doch kommt man nicht umhin, zu fragen: wie viel besser?

Regisseur Andreas Kriegenburg stellt in seiner theatralischen Versuchsanordnung das Stück vor die Folie zeitgenössischer Diskurse, indem er mit seinem Ensemble spielerisch die Dissonanz zwischen den Geschlechtern und ihr Gefangensein in den zugeschriebenen Rollen erkundet. Dafür hat er einen Bühnenraum entworfen, in dem die Fehltritte der Figuren und das physische Ausagieren ihrer zum Teil durchaus komischen Verstrickungen in die eigenen Widersprüche, theatralisch wirkungsvoll freigestellt sind. Andreas Kriegenburg gehört zu den renommiertesten Regisseuren der Gegenwart. Seine bildmächtigen, lustvoll mit den Theatermitteln spielenden Inszenierungen wurden vielfach ausgezeichnet und regelmäßig zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Außerdem wurde Andreas Kriegenburg mehrmals zum Bühnenbildner des Jahres gewählt.

Team

Regie und Bühne

Kostüme

Dramaturgie

Licht-Design

Termine und Besetzung

Tagesaktuelle Besetzung am 19. Februar 2020

Zusätzliche Informationen

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