Staatstheater Nürnberg
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Oper

Krieg und Frieden

Oper von Sergej Prokofjew

Mittwoch, 03.10.2018

18:00 - 21:30 Uhr

Vorstellung

17:30 Uhr Einführung

Opernhaus

Abo B

KriegundFrieden 01

Libretto von Sergej Prokofjew und Mira Prokofjew-Mendelson

nach dem Roman von Leo Tolstoi

in russischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Live-Übertragung der Premiere auf BR-Klassik

Moskau 1812: Napoleon fällt mit einer riesigen Armee in Russland ein. Er trifft auf Menschen, die den Frieden nicht mehr aushalten und ihrem Leben mit dem Kampf gegen den Aggressor endlich einen Sinn geben können. Mehr als für Zar und Vaterland kämpfen sie darum, ihre Existenz zu rechtfertigen.

Beschreibung

Im Frühjahr 1812 fällt Napoleon mit der bis dahin größten Armee aller Zeiten in die Weiten Russlands ein. Westeuropas Krieg gegen Russland trifft auf eine russische Oberschicht, die vollkommen verwestlicht ist, sich auf Französisch unterhält, italienische Musik hört, deutsche Philosophen liest und die Zivilisation des Westens als Maßstab des privaten und gesellschaftlichen Lebens versteht. Fassungslos stehen die Russen der Grausamkeit der Franzosen gegenüber und beginnen, den Kampf als großen Zusammenprall unversöhnlicher Kulturen zu begreifen. Tolstois Roman und Prokofjews Oper nehmen drei Personen besonders in den Blick: die junge Natascha Rostowa, der das Leben ihre Unbeschwertheit nimmt, ihren zeitweiligen Verlobten Fürst Andrej Bolkonski, der erst im Sterben das Gefühl einer allumfassenden Sinnlosigkeit ablegen kann, und den Grafen Pierre Besuchow, der mit offenen Augen und offenem Herzen durch die Welt geht und versucht, seine Individualität in der Masse des Volkes aufzulösen.

Wer sich heute mit Prokofjews monumentaler Oper beschäftigt, für den fließen vier Zeitebenen ineinander: Napoleons desaströser Russlandfeldzug und die Jahre zuvor; die Veröffentlichung von Tolstois Roman 1869 in einem immer reaktionäreren und rückständigeren Zarenreich; die Komposition der Oper im Zweiten Weltkrieg; und schließlich Putins heutiges Russland, in dem ein leidgeprüftes Volk mit der Beschwörung historischer Größe narkotisiert wird. Prokofjews Oper, ein Wahnsinnsunternehmen mit 72 Rollen, großem Chor und Orchester, schwankt zwischen Größenwahn und Intimität, Schlachtengemälde und Liebesdrama, Propaganda-Schinken und Satire. Sein Thema ist nichts weniger als der verzweifelte, manchmal heldenhafte und manchmal lächerliche Kampf eines Volkes um seine Identität und die Suche einiger Menschen nach dem Sinn des Lebens.

Team

Musikalische Leitung

Bühne

Choreografie

Weitere Termine & tagesaktuelle Besetzung

Tagesaktuelle Besetzung am 03. Oktober 2018

Joana Mallwitz

Musikalische Leitung

Jochen Kupfer

Bolkonski

Eleonore Marguerre

Natascha Rostowa

Zurab Zurabishvili

Pierre Besuchow

Tadeusz Szlenkier

Anatol Kuragin

Irina Maltseva

Hélène Besuchowa

Sangmin Lee

Napoleon

Katrin Heles*

Sonja / 2. Schauspielerin / Matrjoscha

Martina Dike

Achrossimowa / Mawra Kusminitschna

Alexey Birkus

Rostow

Almerija Delic

Marija Bolkonskaja

Tadas Girininkas

Dolochow / Jacqueau

Denis Milo

Denisow

Hans Kittelmann

De Beausset / Bonnet

Emanoel Velozo

Adjutant d. Fürsten Eugène / Gérard / Gastgeber

Martin Platz

Platon Karatajew

Nicolai Karnolsky

Nikolai Bolkonski / General Belliard

Nicolai Karnolsky

Kutusow

Wonyong Kang

Métivier / Marschall Berthier / Davout

Gor Harutyunyan

Matwejew / Adjutant aus dem Gefolge Napoleons / Balaga

Andromahi Raptis

Peronskaja / Dunjascha, Stubenmädchen Rostows / 1. Schauspielerin

Suren Manukyan

Ordonanz des Fürsten Andrej / Kammerdiener Bolkonskis / Stimme hinter der Bühne (B)

Raquel Luis

Adjutant des Generals Murat

Chang Liu*

Abbé / Iwanow / Adjutant des Generals Compans/ Stimme hinter der Szene (T)

Michael Fischer*

Französicher Offizier

Daeho Kim*

Ramballe

Staatsphilharmonie Nürnberg

Orchester

Chor des Staatstheater Nürnberg

Chor

Zusätzliche Informationen

Ihr Wunschtermin ist dabei, aber noch nicht im Vorverkauf? Kein Problem, Sie können Ihre Karten vormerken lassen!

Die Kolleg*innen der Theaterkasse werden Sie dann entsprechend kontaktieren.

Nennen Sie uns dafür einfach den gewünschten Termin:

per E-Mail: info@staatstheater.nuernberg.de
oder telefonisch unter +49-(0)180 / 1-344-276
(Festnetz 3,9 ct/Min; Mobilfunk bis 42 ct/Min)

Fotos
Foto(s) © Ludwig Olah
Pressestimmen
Süddeutsche Zeitung

"Nun erzählt Mallwitz Prokofjews Musik in allen dynamischen Schattierungen, fabelhaft klar und poetisch. Dabei kann sie vehement zupacken, infernalischen Lärm verursachen, ohne je die Kontur zu verlieren. Jens-Daniel Herzog formt auf dieser Grundlage 'Krieg und Frieden' zu einem überwältigend klaren Epos über Liebe, Macht und Wahn durch alle Zeiten hindurch." - xxxx

  • Egbert Tholl, Süddeutsche Zeitung
Deutsche Bühne Online

"Weil über ein Jahrzehnt hinweg bei den vielen Korrektur-Versionen zu Prokofjews Lebzeiten nie eine 'authentische' Uraufführungs-Fassung entstand, kann jeder mutige Opernchef auch heute an seiner eigenen basteln. Es passiert ja nicht allzu oft, aber der neue Nürnberger Intendant Jens-Daniel Herzog war auf der Suche nach dem unverwechselbaren Amtszeit-Auftakt verwegen genug. Er verlängerte, überwiegend in Gedanken und Requisiten, das ohnehin schon in Bewegung gesetzte Stationen-Drama weiter in die Regie-Gegenwart, ohne dabei das Original zu beschädigen. Zusammen mit Generalmusikdirektorin Joana Mallwitz, die in Fleißarbeit einen trittfesten Pfad durch wucherndes Notenmaterial aus russischen Archiven schlug, braute er das Konzentrat einer Schlankheitskur für die unmäßige Vorlage."

Deutschlandfunk Kultur: Fazit

"Unter den Solisten ragt das tragische Liebespaar Natascha und Andrej heraus, gesungen von der Sopranistin Eleonore Marguerre und Bariton Jochen Kupfer. Auch Zurab Zurabishvili als Pierre auf der Suche nach dem Sinn des Lebens liefert ein besonders eindrückliches Rollenportrait."

  • Franziska Stürz, Deutschlandfunk Kultur
BR-Klassik

"Ein wahrlich grandioser Theatermoment: Völlig unerwartet durchbrechen die russischen Volksmassen die hintere Bühnenwand, arbeiten sich vor bis an die Rampe und besingen den ebenso unerwarteten Einfall Napoleons in Russland. Dann fällt der Vorhang am Ende der ersten Hälfte."

  • Detlef Krenge, BR-Klassik
Bayerischer Rundfunk Kultur

"Alle Achtung, wie das Jens-Daniel Herzog, seine jeweils zwei Dramaturgen und Regieasssistenten in den Griff bekommen haben. Zunächst wurde Prokofjews Riesen-Werk um rund eine Stunde gekürzt, dann entwarf Ausstatter Mathis Neidhardt ein Bühnenbild, das rasend schnelle Umbauten ermöglichte, das war nah am Filmschnitt. Eine grandiose Leistung der Nürnberger Bühnentechniker (...) Das machte jederzeit was her, war fesselnd und setzte das Publikum in Erstaunen, etwa, als plötzlich im Kanonendonner die gesamte Rückwand nach vorne fiel."

  • Peter Jungblut, Bayerischer Rundfunk
Münchner Merkur

"Ein Kunststück also, das Jens-Daniel Herzog, dem neuen Intendanten, da geglückt ist. Eine immense Motivationsarbeit für ein wie frisch erwachtes Haus muss dahinterstecken. (...) Herzog zeigt Kontinuitäten, ohne sie auszustellen. Behutsam und klug gekürzt wurde dafür vor allem im zweiten (Kriegs-)Teil. Das Riesenopus präsentiert sich nun in dreieinhalb Stunden mit Pause. Eine Produktion zudem, die Charaktere bis in die Minipartien plastisch macht. (...) Man staunt über die Flexibilität und die Reaktionsstärke aller Mitstreiter, und das bei dieser wuchernden Partitur. Selten hat man einem Haus den Neustart so deutlich angehört."

  • Markus Thiel, Münchner Merkur
Neue Musikzeitung (nmz)

"Nicht weniger als 20 Solistinnen und Solisten sind es, die sich am Ende zusammen mit dem großen Chor vor dem jubelnden Publikum verbeugen. Keine Frage, dem Staatstheater Nürnberg ist zum Start in die neue Opernsaison auf beeindruckende Weise ein Kraftakt gelungen."

  • Juan Martin Koch, nmz
Nürnberger Nachrichten

"Als aufwendiger Kraftakt erwies sich Sergej Prokofjews 'Krieg und Frieden' im Nürnberger Staatstheater. Künstlerisch und inszenatorisch zeigte sich das neu formierte Team im Musiktheater hoch engagiert (...) Jens-Daniel Herzog gelingen darüber hinaus einige hervorragende theatrale Wirkungen, etwa wenn plötzlich die Rückwand des eben noch als Ballsaal genutzten Raums umfällt und sich daraus ein Schlachtfeld entwickelt."

  • Jens Voskamp, Nürnberger Nachrichten
Nürnberger Zeitung

"Mit hohem Anspruch startet Nürnbergs neuer Staatsintendant Jens-Daniel Herzog in seine erste Spielzeit: Er hat als Operndirektor und Regisseur für den Auftakt Sergej Prokofjews monumentale, auf dem gleichnamigen Roman von Leo Tolstoi fußende Oper 'Krieg und Frieden' gewählt, die ein pralles Stück europäische Geschichte auf die Bühne bringt. Das großdimensionierte Werk (...) überzeugte bei seiner Premiere am Sonntag im Opernhaus als beeindruckende Leistungsschau aller Beteiligten."

  • Thomas Heinold, Nürnberger Zeitung
Bayerische Staatszeitung

"Allerdings braucht man schon gutes Sitzfleisch, um die Fünf-Stunden-Oper, die Herzog mit seinem Team dankenswerterweise auf knapp dreieinhalb Stunden reduziert hat, auszuhalten. Dies gelingt durch diverse Finessen: So wird über dem in Schwarz gehaltenen Bühnenbild mittels Texteinblendung beschrieben, was an Geschehen folgt. Eine durchaus sinnvolle Idee angesichts der umfangreichen Handlung."

  • Ralph Schweinfurth, Bayerische Staatszeitung
Nordbayerischer Kurier

"Ein fulminanter und bewegender Saison-Auftakt mit einer grandiosen Arbeit an einem zu selten gespielten Meisterwerk."

  • Frank Piontek, Nordbayerischer Kurier
Opernmagazin O-Ton

"Nach dem triumphalen Schluss der Oper im voll besetzten Haus will der Beifall für alle, einschließlich Regieteam, Dirigentin und Orchester kein Ende nehmen, selbst für die Darsteller der kleineren Rollen, und mit Trampeln und Bravorufen zeigt das Publikum seine Begeisterung. Das ist doch ein vielversprechender Neuanfang nach der Ära von Theiler und Bosch!"

  • Renate Freyeisen, O-Ton
bachtrack

"There are few operas both more suitable and more challenging than Prokofiev's 'War and Peace' to mark a new chapter in a company's life. With a cast calling on dozens of namend roles, the requirements of a large orchestra and chorus and with an almost Wagnerian length, it can't fail to make a statement (...) There was a palpable sense at the final applause of the new musical and directorial teams having won the battle for the hearts and minds of its Nuremberg audience."

  • Matthew Rye, bachtrack
Klassikinfo.de

"Zwei Dutzend Rollen sind zu besetzen in diesem Stück, und das Nürnberger Staatstheater hat sie alle optimal besetzt; noch die kleinste Rolle wird lebendig ausgestaltet und erreicht die nötige Aufmerksamkeit."

  • Bernd Feuchtner, klassikinfo.de
Der Opernfreund

"Ein fulminanter und bewegender Saison-Auftakt mit einer grandiosen Arbeit an einem immer noch viel zu wenig gespielten Meisterwerk."

  • Frank Piontek, Der Opernfreund
Das Opernglas

"Ein mitreißender, vom Publikum mit echter Begeisterung aufgenommener Theaterabend stellte zum einen die Leistungsfähigkeit der Nürnberger Oper bestens unter Beweis, ließ sich aber zugleich als Plädoyer für das nur selten auf den Spielplänen zu findende, ehrgeizigste Opernprojekt des russischen Komponisten begreifen."

  • U. Ehrensberger, Das Opernglas
Opernwelt

"Was für eine Ansage am Beginn einer neuen Nürnberger Zeitrechnung!"

  • Markus Thiel, Opernwelt
Orpheus Magazin

"(...)besonders eindrucksvoll der Schneefall, als die französische Armee im eisigen Winter untergeht."

  • Renate Freyeisen, Orpheus Magazin

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