Staatstheater Nürnberg
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Ballett

Stra­wins­ky (UA)

Choreografien von Douglas Lee (Petruschka) und Goyo Montero (Sacre)

Freitag, 06.03.2020

20:00 Uhr

zum letzten Mal

19:30 Uhr Einführung

Opernhaus

Abo H1, Abo H2

Strawinsky

Furioses Frühlingsopfer und ekstatische Puppen: Der neue Ballettabend steht ganz im Zeichen der wegweisenden Ballettmusik von Igor Strawinsky. In „Petruschka“ werden Puppen zu unheimlichem Leben erweckt. Der russische Jahrmarkt als Kulisse für eine Geschichte über Eifersucht und Raserei, Realität und dämonische Fantasie. Nach „Dolls Songs“ erarbeitet der international gefragte Choreograf Douglas Lee bereits zum zweiten Mal für die Nürnberger Compagnie eine Choreografie. „Le Sacre du Printemps“ provoziert mit der Darstellung eines archaischen Rituals, in dem eine Frau dem Fruchtbarkeitsgott geopfert wird, um die Kräfte der Natur günstig zu stimmen. Goyo Montero stellt sich der Herausforderung, diesem eindrucksvollen Stoff der (Ballett-) Geschichte eine eigene Interpretation zu widmen.

Foto @ Lutz Edelhoff, Anton Zavjyalov, Alice Blangero

Beschreibung

Strawinskys Ballette erregten Anfang des 20. Jahrhunderts in Paris maximales Aufsehen und machten ihn weltberühmt. Damals trafen das für das Tanztheater empfänglichste Publikum, nämlich das französische, und die künstlerisch höchststehende Ballettschule, nämlich die russische, aufeinander.

Ein Ballett in heidnischer Vorgeschichte anzusiedeln und dort schamanistische Rituale mit tödlichem Ausgang aufzuführen, mag exzentrisch wirken. Um 1910, als die ersten Ideen für „Sacre du printemps“ aufschienen, war eine solche vermeintlich abstruse Thematik in der russischen Geisteswelt aber keineswegs ungewöhnlich: Das Interesse an der vorchristlichen Frühzeit Russlands und ihren heidnischen Mythen und Göttern war auch im Musiktheater weitverbreitet, - und nicht zuletzt „Petruschka“ bezog sich mit seinen Tier- und Teufelsfiguren darauf.

„Petruschka“ spielt mit der Frage nach Künstlichkeit und Wirklichkeit. Douglas Lee zeigt in diesem „Märchen für Erwachsene“ spielerisch auf, dass das Szenario von „Petruschka“ eigentlich aus zwei Sphären besteht: aus dem kulissenartigen Rahmen des von Menschengruppen und Genretypen bevölkerten – hier stilisierten – „Jahrmarkts“ einerseits und der Binnenhandlung der kammerspielartigen Szenen der „lebendigen“ Puppen andererseits. Der Übergang von menschlicher zu magischer, dämonischer Sphäre ist dabei schleichend, zutiefst verunsichernd. Und am Ende ist es gänzlich vorbei mit der Puppenstubenunschuld …

An der philosophischen Frage nach einem möglichen Dialog mit einer außerweltlichen Entität arbeiten sich nach wie vor Dichter und Denker, Künstler und Wissenschaftler ab.

In Goyo Monteros Interpretation dieses Skandal-Stücks des 20. Jahrhunderts steht „Sacre“ für das ultimative Opfer. Montero siedelt seine Interpretation in einer postapokalyptischen Perspektive an. Wobei sich Goyo Montero der Geschichte des „Opfers“ aus einer anderen Perspektive nähern will – in seiner Version ist das Opfer keines, das die Götter gnädig stimmen soll, sondern ein Opfer, das dem Überleben dient, denn der Mensch kann nun nur im Miteinander und dank der Fähigkeit zur Empathie überleben. Die beiden außerordentlichen Partituren Igor Strawinskys bringt Joana Mallwitz mit der Staatsphilharmonie Nürnberg zum Klingen. Zur Matinee am 14.12. werden die Generalmusikdirektorin und die beiden Choreografen über ihre Gedanken zu diesen beiden Ausnahme-Stücken, ihre jeweiligen Interpretationsansätze und ihren gemeinsamen künstlerischen Austausch, sowie über die extremen Herausforderungen dieser beiden Stücke sprechen.

Termine und Besetzung

Besetzung am 06. März 2020

Zusätzliche Informationen

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oder telefonisch unter +49-(0)180 / 1-344-276
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