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Ballett

A Mid­sum­mer­night`s dream

Tanzstück von Goyo Montero (nach William Shakespeare)

Samstag, 21.03.2020

19:30 - 20:55 Uhr

Opernhaus

Abo BR1, Abo BR2

Midsummernights Dream 01 a

Musik von Owen Belton, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Franz Schubert, Robert Schumann und Johannes Brahms

Das krasse Aufeinanderprallen zweier Welten: Goyo Montero widmet sich in William Shakespeares Klassiker „Ein Sommernachtstraum“ den Schattenseiten seiner Protagonisten und den Unwägbarkeiten auf jeglichem Lebensweg. Inspiriert von Goethes Ballade vom „Erlkönig“, bildet die Keimzelle der Inszenierung das Thema des verlorenen Sohnes. Die intensive Zusammenarbeit mit Tonkünstler Owen Belton setzt Goyo Montero im romantische und zeitgenössische Dimensionen verschränkenden Musikkonzept fort.

Lesen Sie unter Beschreibung ein Interview mit Goyo Montero zu "A Midsummernight's Dream"

Beschreibung

Das krasse Aufeinanderprallen zweier Welten: Nach „Romeo und Julia“ und „Desde Otello“ widmet sich Goyo Montero in seinem neuesten Tanzstück nun einem weiteren Klassiker William Shakespeares: In „A Midsummernight’s Dream“ geht der Choreograf den Schattenseiten der Protagonisten und den Unwägbarkeiten auf jeglichen Lebenswegen nach. Inspiriert von Goethes Ballade vom „Erlkönig“ bildet die Keimzelle der Inszenierung das Thema des verlorenen Sohnes.
Die klassische Vorlage von William Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ dient Goyo Montero als Inspirationsquelle und Sprungbrett in eine Interpretation, die ihren ganz individuellen Zugang zu diesem Werk der Weltliteratur und vor allem zu dessen Protagonisten sucht. Der Shakespeare‘sche „Sommernachtstraum“ bietet per se eine komplexe literarische Struktur, verbindet reale und Traum-Welten, verwischt Ebenen der Wahrnehmung und stellt seine Figuren vor existenzielle Fragestellungen. Nicht umsonst gehört es seit seiner Uraufführung 1598 zu den meistgespielten Stücken Shakespeares und wird immer wieder neu durchdrungen. Was die Komödie im Original charakterisiert, sind die stark miteinander verflochtenen Handlungsebenen: Die Rahmenhandlung der Hochzeitsvorbereitungen von Theseus und Hippolyta, die Erlebnisse der Handwerker, die für diese Feierlichkeiten ein Theaterstück proben, der Konflikt ungleicher Paare, der Streit zwischen Oberon und Titania und letztlich das Zusammenprallen zweier Welten mit je sehr unterschiedlichen Werten, Rechten und Gesetzen.
Goyo Montero kreiert sein neues Tanzstück mit Treue gegenüber dem Original und greift die markantesten Bausteine und Charaktere für seine Erzählweise auf: die reiche Personage an extravaganten Figuren reduziert er dabei auf das Wesentliche. Dramaturgische Motive wie das „Spiel im Spiel“, das Verwandlungsmotiv, Täuschung und Verwechslung, Machtspiele, Intrigen - und immer wieder Missverständnisse – das kann nicht nur zu komischen Situationen, sondern vor allem auch zu tragischen Missverhältnissen führen. Zentral für die Interpretation ist auch der machtvolle Aspekt des Sexualtriebs, der die handelnden Personen in diesem Shakespeare-Stück bestimmt, und zwar in seiner männlichen wie weiblichen Ausprägung, physisch wie intellektuell – und stets auch am Umschlagspunkt zur Gewalt.
Ebenso sorgt das Ringen um Identität für ein hochenergetisches Spannungsfeld: In einem Dialog zwischen Vater und Sohn, im Konflikt zwischen Nähe und Abgrenzung und auf der Suche nach der eigenen Identität irren die Protagonisten durch ein dichtes Geflecht an Unwägbarkeiten.
Seine intensive künstlerische Zusammenarbeit mit Tonkünstler Owen Belton setzt Goyo Montero auch in dieser Arbeit fort. In seinem Musikkonzept werden sich historische und zeitgenössische Dimensionen verschränken: Owen Belton greift die Texturen der Musik von Mendelssohn-Bartholdy, Schubert, Schumann und Brahms – live musiziert von der Staatsphilharmonie Nürnberg unter der Leitung von Lutz de Veer – auf und entwirft mit seinen elektronischen Klangräumen die passgenaue Atmosphäre zu Goyo Monteros Inszenierung. Im Ausstattungsteam gibt es neben der bewährten Zusammenarbeit mit Eva Adler für das Bühnenbild erstmals Kostüme von Jordi Roig, der bereits für Institutionen und Ensembles wie u. a. dem Stuttgarter Ballett, der Wiener Staatsoper, der Semperoper Dresden, mit Les Ballets de Monte Carlo, für die die Deutsche Oper Berlin und für die Staatsoper Unter den Linden in Berlin arbeitete. Im Ausstattungsteam gibt es neben der bewährten Zusammenarbeit mit Eva Adler für das Bühnenbild erstmals Kostüme von Jordi Roig, der bereits für Institutionen und Ensembles wie u. a. dem Stuttgarter Ballett, der Wiener Staatsoper, der Semperoper Dresden, mit Les Ballets de Monte Carlo, für die die Deutsche Oper Berlin und für die Staatsoper Unter den Linden in Berlin arbeitete.



A Midsummernight’s Dream – oder: der verlorene Sohn

Interview zum neuen Tanzstück von Goyo Montero


Goyo, wo beginnt Deine individuelle Auseinandersetzung mit diesem berühmten Shakespeare’schen Stoff, der so vielfach bearbeitet zu einem der großen Klassiker des Ballettrepertoires wurde?


Meine erste Berührung mit „A Midsummernight’s Dream“ war noch als Tänzer; besonders einprägsam für mich war neben der klassischen Version von Frederick Ashton die Version von Heinz Spoerli, in der ich zunächst in Wiesbaden und später an der Deutschen Oper Berlin den Puck getanzt habe. Spoerli kombiniert in dieser Fassung Mendelssohns Musik mit Minimal Music von Steve Reich und Philip Glass. Das war für die damalige Zeit (1995) eine sehr moderne Konzeption. Er hat dramaturgisch alle Elemente Shakespeares übernommen und daraus eine abstrakte Welt entworfen.
Mit dieser Version im Hinterkopf habe ich nun viele Jahre schon an den „Sommernachtstraum“ gedacht – ich konnte mich aber lange Zeit nicht von dieser starken, vorbildhaften Version von Spoerli lösen.


Und dann…?


Und dann kam vor fünf Jahren mein Sohn zur Welt! Wenn ich meinen Sohn beobachte, denke ich viel an Puck! Kinder haben so eine Energie! Sie agieren ohne Strategie. Sie treiben aber auch manchmal das Spiel zu weit … Es bleibt immer ein bisschen unberechenbar.
Und seitdem beschäftigt mich wiederum als Vater die Frage, was passiert, wenn ich ihn, das Wichtigste in meinem Leben, verliere? Dieser Verlust wäre das Ende meiner Welt!
Plötzlich hat sich meine ganz eigene Verbindung zum „Midsummernight’s Dream“ hergestellt mit der Frage: Was passiert, wenn ein Mann seinen Sohn im Wald verliert? – Hier war auch bereits die erste Idee zu einer zusätzlichen Musik zu Mendelssohn-Bartholdy: nämlich Schuberts „Erlkönig“ nach der berühmten Ballade von Goethe.

Was nun, wenn Puck dieser verlorene Sohn wäre – wer wäre sein Vater? In meiner Vorstellung sehe ich Bottom als den Vater, der einst seinen Sohn im Wald verloren hat, ihn dort unermüdlich sucht, jahrelang in diesem Wald bleibt, bis er sich selbst schließlich darin verliert und wahnsinnig wird – ohne jemals den Sohn zu finden.
Er ist so viel in diesem Wald, dass er manchmal darin verschwindet, man ihn nicht erkennen kann, weil er mit seiner Umgebung verwächst. Er ist kein zivilisierter Mensch mehr.
Wenn man lang genug in der Natur lebt, passt man sich immer mehr an, ist mit der Sprache des Waldes und seinen Bewohnern vertrauter als mit den Menschen. Er nimmt andere Dinge wahr.
Diese Idee muss man weiterdenken bis zur Shakespeare’schen kuriosen Handwerker-Szene, in der die Handwerker „Pyramus und Tisbe“ mit verteilten Rollen spielen. Ich behaupte, dass dieses Schauspielstück allein aus den Erinnerungen von Bottom erzeugt wird. Er spielt einfach das, was er früher schon einmal, als er jung war, gespielt hat. Und er spielt alles nur mit den Mitteln, die er im Wald vorfindet, also auch die anderen Personen. Die Handwerkerszene als Ein-Personen-Stück.


Wer ist denn Puck?


Dieser „verlorene Sohn“ ist ein bisschen wie Peter Pan; ein Charakter, von dem wir nicht wissen, ob er vielleicht sogar tot, also ein Geist ist, oder besser noch: als Spirit allgegenwärtig ist. Puck ist für mich ein Rätsel: Ist er teuflisch? Ein Kobold? - Er ist weder ein Gott wie Oberon und Titania, er ist aber auch kein Mensch. Er ist eine „Energiequelle“ irgendwo dazwischen.
Puck ist das Element Chaos in diesem Stück. Er funktioniert ein bisschen wie der „Joker“ bei „Batman“. Wenn man dieses Element frei lässt, wird etwas passieren, aber sicher nicht das, was du von ihm willst. Er richtet nichts Böses an – aber viel Ungeplantes. Puck hat Spaß und Neugier an allem, was passiert – eben wie ein Kind!


Wie überträgst Du die durch Shakespeares Vorlage vorgegebenen Handlungsebenen?


Ich bleibe da eigentlich recht nah an Shakespeare: Die Götter - oder hier: „Geister“ - werden durch Oberon und Titania repräsentiert; die Menschenwelt durch die zwei Paare, Hermia und Demetrius, Helena und Lysander - und durch Bottom. Zwischen der „Menschenwelt“ und der „Geisterwelt“ ist diese energetisch-ätherische Welt des Waldes, die vor allem durch Puck verkörpert wird.


Und die „irdischen“ Paare stolpern durch ihren Beziehungsreigen?


Man ist ja beim Lesen selbst komischerweise immer damit beschäftigt, die zwei Frauen und die zwei Männer – und ihre Paarungs-Varianten, entsprechend auseinanderzuhalten. Natürlich ist genau diese Quelle für Missverständnisse ein wesentliches Element der Shakespeare’schen Konzeption dieser Figuren. Die Interpretation liegt nahe: eigentlich ist es egal, wer wen will und wer wen bekommt. Aber: Wie reagieren wir, wenn wir etwas haben wollen, es aber nicht bekommen? Wenn wir etwas verloren haben und die Suche danach vergeblich ist? Sind wir wütend, verärgert, depressiv, werden wir dabei verrückt? Sind wir denn, wenn wir es bekommen, wirklich endgültig zufrieden? Wollen wir dann gleich das nächste? Oder entdeckt man, dass man die ganze Zeit etwas ganz anderes wollte?


Ist der „Midsummernight’s Dream“ also gar keine Komödie?


Natürlich ist Shakespeares Vorlage eine Komödie. Aber ich lese darin eine sehr dunkle Komödie, in der viel Sarkasmus und bittere Ironie steckt.
Das Spiel mit dem flüchtigen Verliebt-Sein und den schnellen oder auch beliebigen Partner-Wechseln wird sicher ein sehr humorvoller Moment in der Choreografie. Aber hier werden wir auch die Macht von Puck demonstriert bekommen; er lenkt dieses Verliebt-Sein.
Und Titania und Oberon - die beiden Götter! Sie verkörpern die Naturgewalten; Oberon steht für das Element Erde, er erscheint u.a. wie ein tief verwurzelter Baum – Titania vertritt die Elemente von Wasser und Luft. Beide beanspruchen ihren Raum, bekämpfen sich teils, aber brauchen einander auch, um ihr Gleichgewicht herzustellen. Sie haben dabei völlig menschliche Probleme. Sie haben Fragen, Zweifel, Eifersucht, Wut; sie sind sehr launisch und dabei sehr temperamentvoll – und manchmal sind sie falsch!
Aber im Grunde erfasse ich den Sommernachtstraum mehr als Stück über das Suchen. Und dieser Weg kann sehr kurios sein. Was braucht man, um ans Glück zu gelangen? Und welche Mittel werden dazu eingesetzt?


Zum musikalischen Bogen: Wir werden Mendelssohn-Bartholdy, romantisches Liedgut von Schubert, Schumann und Brahms und eine Neukreation von Owen Belton hören. Welche Grundgedanken hast du Owen Belton mit in seine „Werkstatt“ gegeben als Inspiration für seine Komposition?


Um die Energie zu erklären, die ich gerne in Bewegung umsetzen möchte, nehme ich oft vorher ganz andere Musik z.B. Rock oder Flamenco, oder natürlich auch klassische Musik, die aber nichts zu tun hat mit der geplanten Musik, die wir verwenden wollen. Ich möchte, dass Owen ein Bild davon bekommt, was wir an Energie, Spannung und Tempo brauchen.
Im Falle vom Sommernachtstraum habe ich ihm die Anordnung der Lieder gegeben, die ich verwenden möchte als Toneinspielung: zunächst Schuberts „Erlkönig“, danach Schumann „Ich hab im Traum geweinet“ - das wird szenisch der Moment, in dem der Vater einen kurzen magischen Moment erlebt, in dem er den totgeglaubten Sohn lebendig sieht -; und am Ende steht Brahms, „Gestillte Sehnsucht“. Diese Welt von Verlust, Nostalgie, Melancholie … das soll am Ende atmosphärisch vorherrschend sein. Es ist die Suche nach der verlorenen Zeit, dem untergegangenen Paradies – der Moment, in dem man zur Realität zurückkehrt und in dem zugleich die Träume enden.


Wie passt Mendelssohns Komposition – live gespielt von der Staatsphilharmonie Nürnberg – zu deinem eher dunkel-düsteren Ansatz?


Mendelssohns „Sommernachtstraum“ ist natürlich eine geniale Partitur – aber sehr blumig und heiter-verspielt. Das hat eigentlich keine Entsprechung mit meinem Ansatz für die Geschichte. Deswegen habe ich lediglich einzelne Teile übernommen, z. B. den Hochzeitsmarsch und den Prolog. Der Hochzeitsmarsch steht für mich für Regeln der Gesellschaft, für die bedeutungslose Imitation von Umgangsformen, die längst überkommen sind. Aber es wird weitere Musik von Mendelssohn-Bartholdy geben, Ausschnitte aus ausgewählten Sinfonien.


Welche Musik steuert Komponist Owen Belton schließlich bei?


Owens Aufgabe war es, all das dazu zu kreieren, was eben noch nicht klanglich durch Mendelssohn oder auch die Lieder da ist. Z.B. die Momente, die sehr mit erotischer Spannung, Anziehung und Abstoßung, Besessenheit bis hin zur Extase aufgeladen sind – bzw. mit Begierde – diese Stimmung ist in Mendelssohns „Sommernachtstraum“ nicht enthalten. Aber das brauche ich!


Unzählige Seile, eine spektakulär schräge Rampe – das Bühnenbild ist eine Herausforderung …


Ja! Es wird spannend: Die ganze Bühne besteht aus Seilen! Mich interessiert an dieser Welt eben nicht nur, was am Boden passiert, sondern auch auf den anderen Ebenen. Für das Bewegungsrepertoire bedeutet das: Was passiert, wenn ich an den Seilen eine choreografische Sequenz entwerfe und diese dann nach unten, also auf den Boden übertrage?
Räumlich können wir dabei variieren, dass z.B. nur die Hälfte der Bühne mit Seilen ausgestattet ist oder aber alles dicht hängt und ein Labyrinth entsteht; wir können technisch über die Obermaschinerie einzelne Züge bewegen und bekommen somit eine Vielfalt an Bildern. Am Anfang z.B. gibt es eine Szene, in der wir sehen, dass Titania und Oberon mit dem Wald verbunden sind: Die Seile kommen aus ihren Kostümen raus, sie SIND Teil des Waldes.
Ich möchte das Publikum bestenfalls mit hineinziehen in diese Welt der Bäume und auch mitnehmen auf eine Reise in diese Unterwelt. Für müssen hierfür auf andere Ebenen gehen als auf die des gewohnten Bühnenraums. Die Seile fungieren auch als Instrumente, um die einzelnen Persönlichkeiten zu „lesen“, wie Gliedmaße, Hände, Verbindungsstücke… Durch die Möglichkeit, einzelne Seile zu beleuchten können wir jeweils differenzieren und einen Fokus setzen.
Die erwähnte Rampe ist eine große schräge Fläche, die mir dazu dient, die verschiedenen Ebenen ganz plastisch im Raum zu zeigen. Die Welt auf einer Kante.


Wie werden entsprechend in deinem Konzept die Kostüme?


Ich arbeite zum ersten Mal mit Jordi Roig zusammen; darüber freue ich mich sehr. Mit ihm habe ich einen künstlerischen Partner, der sehr viel Erfahrung hat. Er hat mit großen Compagnien überall auf der Welt gearbeitet, in allen Stilen, ob zeitgenössisch, ob klassisch. Er hat ein sehr großes Wissen, sowohl inhaltlich über die Stücke als auch seine Materialkenntnisse über die Stoffe sind fabelhaft!
Die Kostümentwürfe unterscheiden die Traumwelt und die „realen Welt“. Die menschliche Welt z.B. wollten wir sehr steif; eine Welt, in der man sich nicht einfach frei bewegen kann, weil einen die Kleidung daran hindert. Das Kostümbild unterstreicht die Transformation der Figuren, die wir beobachten werden. Am deutlichsten vielleicht zu sehen bei Bottom: Am Anfang ist er wie ein normaler Mann gekleidet und das nächste Mal, wenn wir ihn im Stück sehen, sieht er aus wie ein Obdachloser oder wie ein Robinson Crusoe. Er ist also viele Jahre in dem Wald verschollen, seine Kleidung ist beschädigt oder nicht mehr da. Puck ist teils Baum, teils Mensch. Wir haben hier viel mit den Assoziationen von Moos, Wurzeln, Rinde gearbeitet.
Die Persönlichkeiten von Titania und Oberon sowie der Paare reflektieren auch in den Kostümen, u.a. in der stimmigen oder eben nicht stimmigen Farbgebung der Kostüme der Paare. Wir folgen auch im Kostümbild sehr genau Shakespeares durchaus psychologischer Charakterisierung seiner Hauptfiguren – so werden die sehr unterschiedlichen Prototypen auf allen Ebenen – choreographisch, in der Darstellung, im Erscheinungsbild… - herausgearbeitet.
Im Laufe der Planungsphase und auch noch in der Probenphase, in der wir gerade sind, gibt es immer noch viele Änderungen. Oft müssen wir vom ursprünglichen Entwurf komplett absehen und etwas anderes machen. Nur durch Ausprobieren findet man die richtige Lösung! Das sehen wir dann bei der Premiere!

Vielen Dank für das Interview!


Foto © Jesús Vallinas

Team

Musikalische Leitung

Choreographie und Inszenierung

Bühne

Kostüme

Lichtdesign

Musik (Neukomposition)

Ballett-Dramaturgie

Termine und Besetzung

Tagesaktuelle Besetzung am 21. März 2020

Musikalische Leitung

Staatstheater Nürnberg Ballett

Orchester

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Fotos
Foto(s) © JESÚS VALLINAS
Pressestimmen
TANZNETZ.DE

Wie zuvor bei „Romeo und Julia“, „Cinderella“, „Nussknacker“ und „Dornröschen“, aber auch bei „Don Quijote“ oder „Dürer“ lässt sich Montero nicht von den Emotionen und Erzählungen verführen, sondern nimmt die in ihnen enthaltenen Energien und psychologischen Grundmuster sehr genau und sehr ernst. Auf diese Weise gelingt ihm, die jeweilige Handlung aus seinem Innersten heraus wahrhaftig zu erzählen und für die Gegenwart fruchtbar zu machen. Die rätselhaftesten Figuren, beispielsweise Puck, werden so menschlich greifbar, und ihr Tun oder ihr Erleben konfrontiert den Zuschauer im besten Sinne mit sich selbst.

DIE DEUTSCHE BÜHNE

Alexsandro Akapohi ist dieses körperlich wie charaktermäßig biegsame Gespinst, geradezu ein Labortriumph aus allen durchs Bild huschenden Götter- und Menschengestalten. Kindlich altklug, alterslos weise, rücksichtslos vital – alles steckt da drin. Er tanzt nicht nur grandios, seine Präsenz ist wunderbar. … Tatsächlich war die Nürnberger Compagnie der zwei Dutzend Solisten schon lange stark, aber noch nie so homogen wie bei diesem Einsatz, in dem traumhaft schöne Gruppenbilder wie für eine Galerie gemacht sind. Montero, der mit Shakespeares Komik der sarkastischen Theaterparodie nicht viel anfangen kann, entfaltet im großen Auftritt depressiver Gruselwelten kontrolliert wuchernde Phantasie. Faszinierend, wie da Gefühle fixiert, auf die Spitze getrieben und in Bewegung übersetzt werden.

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

Zentral ist die Geschichte eines Verlusts. Doch Goyo Montero vergisst darüber nicht, auch die des Begehrens zu erzählen, mitunter choreografiert als Martial-Arts-Kämpfe im Stile von "Tiger & Dragon". Ergebnis ist eine beeindruckend stimmige, bildgewaltige Inszenierung, die Shakespeares scheinbar auserzähltem Stück neue Seiten abgewinnt.

NÜRNBERGER NACHRICHTEN

Im Nürnberger Opernhaus wurde ein weiteres Mal eine großartige, virtuos agierende Tanzcompagnie gefeiert. ... Auch wenn viele Bewegungsmuster aus früheren Choreografien wiederkehren, so lässt sich auch in dieser Produktion bewundern, wie gekonnt Montero von Ensemblenummern in Pas de deux oder Pas de trois gleitet und umgekehrt. Das atmet viel tänzerische Virtuosität und Perfektion.

  • Jens Voskamp, Nürnberger Nachrichten
NÜRNBERGER ZEITUNG

Der Nürnberger Ballettchef erntete mit seiner so düsteren wie spannenden Version von Shakespeares beliebtestem Komödienstoff, dem „Sommernachtstraum“, bei der Premiere im Opernhaus wahre Beifallsstürme. … Montero … ist mit „A Midsummernight´s Dream“ ein großer Wurf gelungen. Seine düster-existenzielle Tanz- und Bühnenästhetik und der Shakespeare-Stoff passen wunderbar zusammen, man sollte sich diese traumhafte Paarung nicht entgehen lassen.

  • Thomas Heinold, Nürnberger Zeitung
BR KLASSIK

Goyo Montero entfärbt den Sommernachtstraum“, verwebt ihn mit der Geschichte eines verlorenen Sohnes. … Der Nürnberger Ballettchef erschafft bei seinem „Sommernachtstraum“ wieder fantastische Bühnenwelten. Über dem Hofstaat senkt sich ein Dickicht aus 300 Seilen von der Bühnendecke hinab. An jedem Seil sind mehrere Lichter befestigt, die sich einzeln steuern lassen. Sein Wald: eine optische Wucht. Sein „Sommernachtstraum“: raum- und zeitlos.

B5 DIE KULTUR

Goyo Monteros Version des „Midsummernight´s Dreams“ bietet auch ohne den Witz als verbindendes Element großartige Momente und auch Einzelleistungen. Tänzer Aleksandro Akapohi brilliert als Puck als filigranes Wesen dessen Körper anscheinend weder durch Schwerkraft noch durch Knochenstrukturen beschränkt wird.

Matthias Rüd, B5 Die Kultur

OPERNFREUND.DE

Wer Montero kennt, weiß, dass er zusammen mit seinen wunderbar agilen, zärtlich wie brutal auftretenden Tänzern, alles kann: den heftigsten Streit – und die liebevollste Versöhnung … Kein Wunder, dass auch diesmal, nach 90 dichten und erfindungsreichen Minuten, die dem Ouevre des Choreographen einen weiteren, noch nicht gekannten Stein in die Krone setzten, das Publikum lange und frenetisch applaudierte.

Bayerische Staatszeitung

"Düsternis und Heiterkeit, Klassik und Moderne, Ekstase und Depression - all diese Gegensätze prägen den genialen Ballett-Abend von Meisterchoreograf Goyo Montero. Mit A Midsummernight's Dream hat der Spanier wieder ein Feuerwerk der Emotionen auf die Bühne des Nürnberger Opernhauses gezaubert."

  • Ralph Schweinfurth, Bayerische Staatszeitung
O-TON

Eine beeindruckende, stets überraschende Choreografie hat sich Montero für seine 22 Tänzerinnen und Tänzer ausgedacht. Als gesellschaftliches Ereignis läuft der Hochzeitsmarsch von Felix Mendelssohn-Bartholdy sehr geordnet in stimmigen, synchronen, abwechslungsreich gegliederten Formationen ab, bevor dann ein durcheinander wirbelndes und sich doch wieder zusammen findendes Chaos der Geister beginnt, angestiftet durch den Puck, mal auf dem Boden, mal in Sprüngen, im Rennen, in sich findenden und sich wieder auflösenden Paarungen, dynamisch, oft unheimlich schnell, selten ruhiger, in ständig sich verändernden Bildern, bis sich am Ende alles wieder vereint zu einem in sich geschlossenen Ensemble. - Renate Freyeisen, O-Ton

DONAUKURIER

Verstörend schön - so träumt sich das Staatstheater Nürnberg Ballett durch die dunkle Jahreszeit. (…) Dabei findet Montero nachgerade für die Geister- und Naturwesen eine ungemein akrobatisch-physisch-animalische Bewegungssprache, die Alexandro Akopohi als Puck und dem hochmotivierten Ensemble so leicht durch die schlangengleichen Körper fließt, als seien sie tatsächlich verzaubert.

KULTURASPEKTE

Hat man sich auf das “Kopf ausschalten” eingelassen, wurde man mit einem Einblick in eine Geisterwelt belohnt, die selbst in der düsteren Stimmung Lichtblicke bietet, auch wenn sich nicht jeder darüber bewusst ist. Und denkt man noch ein wenig weiter, so ist Monteros Thematik des Verlusts und der Suche auch irgendwie eine Thematik, die jeder nur zu gut kennt. Schon allein deswegen berührt dieses Stück tief in der Seele – wenn man es zulässt. … "A Midsummernight’s Dream” ist ein außergewöhnliches Werk, phantastisch und berührend. Dem, der die bekannten Pfade verlassen will, sich verlieren und auch einmal neue Perspektiven ausprobieren möchte, dem sei es ans Herz gelegt – denn das Altbekannte wird man dort – zum Glück – nicht finden.

Das Theatermagazin

"Wer eigene 'Sommernachtstraum'-Fantasien begräbt und Shakespeare hintanstellt, der wird Monteros Version als bildgewaltiges Opus schätzen, mit Verve getanzt von einem Ensemble, das in allen Farben des Menschseins schillert. Die Vielfalt, die der Spanier in den zehn Jahren seiner Amtszeit heran- und herausgebildet hat, macht staunen. Zumal er sie optisch eindrucksvoll zu inszenieren weiß."

  • Dorion Weickmann, Das Theatermagazin

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