Staatstheater Nürnberg
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Schauspiel

Am Rand (ein Pro­to­koll) (UA)

Bearbeitet und mit Fußnoten versehen von Philipp Löhle

Donnerstag, 16.05.2019

19:30 Uhr

Kammerspiele

Abo K41

  1. Juli, 9.57h: Frederick Kaufmann übernimmt die lange unbesetzte Stelle des Polizeioberwachtmeisters von Randhausen, nahe der tschechischen Grenze. Wildschweine übertrampeln hier willkürlich Staatsgrenzen, Türen bleiben unverschlossen und zwei Mädchen treffen sich angeblich im Wald mit einem Troll. Es ist nur eine Frage der Zeit bis hier etwas passiert …
    Grenzen sind das Grundmotiv des neuen Stücks von Hausautor Philipp Löhle. Ein fiktives Dorf wird dabei zum Brennglas Europas und der Welt.
Beschreibung

Frederick Kaufmann ist gekommen, um die lange unbesetzte Stelle des Polizeioberwachtmeisters zu übernehmen. Und er stellt schnell fest: Hier, jenseits der Zivilisation der Städte, herrscht Chaos. Niemand in Randhausen schließt sein Fahrrad ab. Pakete legt der Postbote einfach vor die Tür. Es gibt ein Tauschsystem jenseits monetärer Interessen. Eier, Schraubenzieher, Verlängerungskabel werden ohne Gegenleistung verliehen, teilweise monatelang. Es gelingt ihm sogar, sich mehrfach unbemerkt Zugang zu fremden Wohnungen zu verschaffen, weil die Türen unverschlossen bleiben. Besorgt macht er die Bewohner Randhausens darauf aufmerksam.
11. August, Vormittag: Fabian Martenbach schlägt entlang der tschechischen Grenze Pflöcke in die Erde, die er mit Maschendrahtzaun verbindet. Ein staatenloses Wildschwein hatte wiederholt die Grenze überquert und ihm seine Felder zertrampelt. Weitere Bewohner Randhausens gründen eine Bürgerwehr, um der seltsamen Geschichte auf den Grund zu gehen, nach der zwei Mädchen sich im Wald regelmäßig mit einem Troll treffen. Der Troll ahnt davon nichts. Auch dann nicht, als ganz in seiner Nähe eine alte Douglasie gefällt wird, um die Ortseinfahrt mit einem Schlagbaum zu sichern.

Geografisch, gesellschaftlich, moralisch – auf unterschiedlichsten Ebenen ist die Setzung von Grenzen eine Konstante menschlichen Denkens und Handelns. Hausautor Philipp Löhle macht das zum Grundmotiv seines neuen Stücks. Ein fiktives Dorf wird dabei zum Brennglas Europas und der Welt. Dessen Bewohner konfrontiert er mit all den Grenzen, an denen wir uns heute bei der Gestaltung unseres Lebens und unserer Welt abarbeiten müssen. Dabei lässt er sie die Grenze zwischen Komik und Tragik genau so oft überschreiten, wie die die zwischen Fantasie und Alltag, lässt sie mit Lust darüber stolpern und dabei nicht immer wieder aufstehen. Und nicht zuletzt teilt eine Grenze die Geschichte selbst in zwei Hälften. Ein schmaler Grat zwischen Traum und Albtraum auf dessen einer Seite sich Wildschweine und Rehe durch die Felder schlagen – und auf der anderen Panzer.

Team

Regie

Bühne und Kostüme

Dramaturgie

Musik

Weitere Termine & tagesaktuelle Besetzung

Mai 2019

Tagesaktuelle Besetzung am 16. Mai 2019

Protokollant A

Protokollant B

Frederik Kaufmann

Melinda Henske / Bibiana Franzen / Hanna Schwerte / Karoline Färber

Marc Henske / Jonathan Frank

Robert Fogel / Martin Schneider / Rudolf Steiger / Jiri Polak

Fabian Martenbach / Kellner / Jakob Gänglich / ein Vater

Anne Martenbach / Inge Kohlstett / Chefin / Kati Lorgenberg

Zusätzliche Informationen

Bitte beachten Sie, dass im Schauspiel in der Regel weitere Vorstellungstermine in Planung sind.

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