Inszenierung von Macht und Unterhaltung.

 

Propaganda und Musiktheater in Nürnberg 1920 bis 1950


Ein Forschungsprojekt des Forschungsinstituts für Musiktheater Thurnau (fimt) in Zusammenarbeit mit dem Staatstheater Nürnberg und dem Dokumentationszentrum Reichparteitagsgelände

Projektleiter: Prof. Dr. Anno Mungen

Projektstart: 2014

DIE DRITTE PROJEKTPHASE - DIE AUSSTELLUNG HITLER.MACHT.OPER
DIE ZWEITE PROJEKTPHASE - DIE TAGUNG HITLER.MACHT.OPER
DIE ERSTE PROJEKTPHASE - ZEITZEUGEN


Als im Jahre 2013 das Staatstheater Nürnberg zusammen mit dem Forschungsinstitut für Musiktheater Thurnau (fimt.) das Forschungsprojekt „Inszenierung von Macht und Unterhaltung – Propaganda und Musiktheater in Nürnberg 1920-1950“ initiierte, war nicht absehbar, wie sich dieses entwickeln würde. Seither ist einiges geschehen: In zwei Tagungen wurden Teilaspekte untersucht und Zwischenergebnisse vorgestellt. Die Deutsche Forschungsgesellschaft (DFG) ist seit 2017 in die Förderung des Projektes eingestiegen, sodass sich zwischenzeitlich acht junge Forscher*innen mit unterschiedlichen Fragestellungen beschäftigen können; die Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg und die Mariann Steegmann Foundation konnten ebenfalls als Unterstützer gewonnen werden …
Schnell wurde deutlich, dass das Musiktheater eine wichtige Rolle in der nationalsozialistischen Propaganda gespielt hat – gerade in Nürnberg: Seien es „Die Meistersinger von Nürnberg“ zur Eröffnung der Reichsparteitage im Opernhaus oder „Die Götterdämmerung“ als letzte Vorstellung vor der kriegsbedingten Schließung aller Theater. Die Stadt wurde selbst zur Bühne und Kulisse für die Aufmärsche der Nationalsozialisten. Opernbühne und Stadt traten in einen inszenierten Dialog: Die letzte Szene der Meistersinger im Opernhaus glich der Szenerie in den Straßen Nürnbergs bis in manche Details.
Auch der von Adolf Hitler veranlasste Umbau des Opernhauses zeigt, dass in Nürnberg Ästhetik, Urbanität und politische Machtausübung in besonderer Wechselwirkung zueinanderstanden. Die Ausstellung HITLER.MACHT.OPER geht der Frage dieser Wechselwirkungen nach, bringt Zeitzeugen zu Gehör, zeigt die besondere Funktion, die Adolf Hitler (vor allem) der Nürnberger Oper zumaß und beleuchtet exemplarisch die Instrumentalisierung von Kunst für politische Propaganda.
Dank der Bereitschaft und der großartigen Kooperation des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände ist es möglich, in einer Ausstellung die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zu zeigen. Der Bühnenbildner Hermann Feuchter hat dafür eine theatrale Installation entworfen, mit der die 40 Meter lange und 20 Meter breite Ausstellungshalle eindrucksvoll „bespielt“ wird. Ein Beiprogramm aus Sonderführungen, Vorträgen und musikalischen Abenden ergänzt die Ausstellung.


DIE DRITTE PROJEKTPHASE - DIE AUSSTELLUNG HITLER.MACHT.OPER


Eröffnung: Donnerstag, 14. Juni 2018, 18:30 Uhr, Dokumentationszentrum
Dauer: Freitag, 15. Juni 2018 bis 03. Februar 2019, Dokumetationszentrum

Eine Ausstellung im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände zum Forschungsprojekt „Inszenierung von Macht und Unterhaltung. Propaganda und Musiktheater in Nürnberg 1920-1950“

Die Ausstellung HITLER.MACHT.OPER bringt Zeitzeugen zu Gehör, zeigt die besondere Funktion, die Adolf Hitler (vor allem) der Nürnberger Oper zumaß und beleuchtet exemplarisch die Instrumentalisierung von Kunst für politische Propaganda. Der Besucher soll in dieser Ausstellung die Wirkung der Inszenierungsformen der NS-Propaganda selbst nachempfinden können, wobei die Ausstellungsmacher – der Bühnenbildner und Installationskünstler Hermann Feuchter, Dr. Alexander Schmidt vom Doku-Zentrum und die Wissenschaftler*innen – sehr genau darauf achten werden, dass der Zuschauer gleichzeitig eine kritische Distanz wahren kann. weitere Informationen

Das Programm zur Ausstellung


Hitler im Opernhaus
Samstag, 16.06., 14:00 Uhr; Sonntag, 24.06.2018, 12:00 Uhr; Samstag, 30.06., 14:00 Uhr; Samstag, 07.07., 14:00 Uhr; Sonntag, 15.07.2018, 12:00 Uhr, Opernhaus

Sonderführung durch das Opernhaus zur Ausstellung "Hitler.Macht.Oper" im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände
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Verfemtes Lied - Ein kommentiertes Konzert mit Liedern von Berg, Schreker u.a.
Samstag, 23.06.2018, um 19:00 Uhr, Dokumentationszentrum
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Sound der Freiheit
Samstag, 07.07.2018, um 19:30 Uhr, Dokumentationszentrum
Jazz im NS mit der Big Band der Hochschule für Musik Nürnberg

Unter der Leitung von Steffen Schorn präsentiert die Big‎ Band der Hochschule für Musik Nürnberg mit Kompositionen u.a. von W. C. Hester, Ted Koehler, Peter Iglhoff, George Gershwin, Sholom Secunda und Lester Young Unerhörtes und Verbotenes aus der Welt des Jazz während des NS.
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Auf Wiedersehen irgendwo in der Welt
Freitag, 20.07.2018, um 19:30 Uhr, Dokumentationszentrum

Weill, Hollaender und ihre Zeit- und Schicksalsgenossen
Ein Liederabend zwischen Tingeltangel, Broadway und Hollywood von Frederike Haas und Ferdinand von Seebach
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Benno von Arent, Bühnenbildentwurf "Die Meistersinger von Nürnberg"



Nürnberg selbst wurde während der Reichsparteitage zur Bühne und Kulisse für die Aufmärsche der Nationalsozialisten. Opernbühne und Stadt traten in einen inszenierten Dialog.



Die Geschichte des Nürnberger Opernhauses im Nationalsozialismus wird in einer Bühnenkonstruktion erzählt, so wird die Instrumentalisierung der Kunst für Propaganda erlebbar.



Die Besucher durchschreiten Intendantenbüro, Hinterbühne sowie Zuschauerraum und betreten dann die Bühne.



Indem die Besucher die Bühnenkonstruktion durchschreiten, werden sie selbst zu Protagonisten der Gesamtinszenierung.



Bei Veranstaltungen wird die Bühnenkonstruktion zur tatsächlichen Bühne - und gibt im Hintergrund den Blick auf die Inhalte der Ausstellung frei.



Zu Beginn der Ausstellung, im sogenannten Intendantenbüro, werden "Die Meistersinger" in Szene gesetzt.


Bildnachweis: Museen der Stadt Nürnberg, Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände; Foto: Stefan Meyer, Berlin/Nürnberg


DIE ZWEITE PROJEKTPHASE - DIE TAGUNG HITLER.MACHT.OPER


In der zweiten Phase, die im Januar 2017 angelaufen war, worden die bisher gewonnenen Erkenntnisse vertieft und durch weitere Archivrecherchen ergänzt. Im Zentrum der zweijährigen Projektarbeit, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird, steht insbesondere die Vermittlung der Forschungsergebnisse. Die Tagung „Hitler.Macht.Oper“ im Juni 2017 möchte aus interdisziplinärer Perspektive erste Zugänge zum Themenkomplex eröffnen. In den Vorträgen von Geschichts-, Musik- und Theaterwissenschaftlern sowie Vertretern aus den Bereichen Kunst und Museum werden die wechselseitigen Beziehungen zwischen inszenierter Herrschaft und herrschaftlicher Inszenierung am Beispiel Nürnbergs zur Zeit des Nationalsozialismus zur Sprache gebracht.

Die Tagung verstand sich auch als Impuls zur Ausstellung, die im Sommer 2018 im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg eröffnet wird.

Mitarbeiter:

Silvia Bier M.A. (Wiss. Mitarbeiterin), Daniel Reupke M.A. (Tagungsorganisation und Wiss. Mitarbeiter), Tobias Reichard M.A. (Wiss. Mitarbeiter), Jasmin Goll, Max Koch, Jane Ebah Ruweji-Neumann, Georg Richardsen, Thomas Rufin (Studentische Hilfskräfte)

Tagungen

Leichte Muse im Wandel der Zeiten“ am 12.6.2016

Hitler.Macht.Oper“ von 2.– 4.6.2017

Publikationen


Leichte Muse im Wandel der Zeiten, Symposiumsbericht in der Reihe „Musiktheater im Dialog“ Bd. V, Herausgeber Stiftung Staatstheater Nürnberg



 

 

 

 

 

Hitler.Macht.Oper, Symposiumsbericht in der Reihe „Musiktheater im Dialog“ Bd. VI, Herausgeber Stiftung Staatstheater Nürnberg



 

 

 

 

 

Hier können Sie die Symposiumsberichte erwerben.

 



"Hitler.Macht.Oper"


DIE ERSTE PROJEKTPHASE - ZEITZEUGEN


Der Schwerpunkt der ersten Projektphase lag in der oral history. Die Arbeit mit Zeitzeugen, die einem Aufruf in der Nürnberger Presse im Juni 2014 gefolgt sind, trugen zum Forschungsprojekt mit Dokumenten wie Fotos, Zeitungsausschnitten und persönlichen Aufzeichnungen, sowie ihren eigenen Erinnerungen bei. Die so gewonnenen individuellen Erfahrungen und Eindrücke stellen für die Forschungsarbeit gleichermaßen eine methodische Herausforderung wie eine besondere Bereicherung dar.

Beiträge aus unserem Theatermagazin IMPULS als pdf

Zeitzeugenberichte

 

 

 

Zeitzeugenberichte

 

 

 

 


Ab September präsentiert sich das Staatstheater Nürnberg unter der kommenden Intendanz von Jens-Daniel Herzog im neuen Gewand.

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Viel Spaß dabei!

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