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30.05.2017
Gewinner des internationalen Dramenwettbewerbs 2017 in Tschechien und der Slowakei stehen fest: Roman Sikora gewinnt Uraufführung in Nürnberg

Die Jury des 2017 in den Partnerländern Tschechien und der Slowakei ausgetragenen internationalen Dramenwettbewerbs TALKING ABOUT BORDERS (Simone Sterr, Leitende Dramaturgin Theater Bremen; Eva Maria Voigtländer, Leitende Dramaturgin Burgtheater Wien; Jan Simko, Dramaturg, Regisseur, Leitungsteam des Internat. Theaterfestivals Nitra; Petr Christov, Leiter des Instituts für Theaterwissenschaft, Karlsuniversität Prag; Klaus Kusenberg, Schauspieldirektor Staatstheater Nürnberg) hat unter Vorsitz des Projektleiters Dr. Christian Papke aus 35 Texten drei Siegerstücke gekürt.
Der 1. Platz, der die Uraufführung am Staatstheater Nürnberg (27. Juni 2018) und ein Preisgeld in Höhe von 3.500 € umfasst, geht an den tschechischen Autor und Theaterkritiker Roman Sikora. Aus der Begründung der Jury: „Das Siegerstück des diesjährigen Dramenwettbewerbs, „Das Schloss an der Loire“, beschäftigt sich als eines der wenigen mit Sprache und der Frage, auf welche Weise Sprache zwischenmenschliche Kommunikation und Verstehen beeinflusst und die Wahrnehmungen, Erfahrungen und Werte mitbestimmt, die wir teilen. […] In der Traditionslinie von Jean Genet, Jean Paul Sartre oder Vaclav Havel erschafft der Autor aus sehr einfachen Phrasen und Begriffen der Alltagssprache einen einzigartigen Sprachkosmos. […] Die Jury hatte großes Vergnügen daran, sich in diese Sprachspiele zu vertiefen, und ist der Überzeugung, dass auch Theaterschaffende und Zuschauer*innen es genießen werden, in die clevere, bis ins Detail präzise konstruierte, originelle und komplexe Welt des Textes einzutauchen.“
Mit „Do we live“ konnte Lenka Cepkova aus der Slowakei den 2. Platz (2.000 €) erringen, „ein soziopolitisch angelegter Text mit sehr spielerischem Zugang: Die Schauspieler verkörpern ganz unterschiedliche Rollen, aber auch Identitäten. Das Stück handelt dabei in der sozialistischen Vergangenheit, der nationalen Gegenwart und einer zerbrochenen slowakischen Zukunft. Formal zeichnet sich der Text durch eine Vermischung von Innerem Monolog und Dialogpartien als fortlaufendem Bewusstseinsfluss aus. Diese reflektierenden Monologe und scharfen Dialoge unter Vermeidung des üblichen Betroffenheitsjargons führen zu einer sehr melodischen, sehr rhythmisierten Sprachführung auf der Bühne.“
Mit dem 3. Platz (1.500 €) zeichnete die Jury „Wohnung in der Vorstadt der Welt“ der tschechischen Autorin Michaela Stechova aus: „Auf den ersten Blick erscheint das Stück als amüsante schwarze Komödie. Auf den zweiten aber erscheinen hochaktuelle Themen: Bedrohung durch Terrorismus, die Angst vor anderen Kulturen, die post-faktische Gesellschaft. Das Stück blendet auf kluge Weise Tschechien und Deutschland ineinander, versucht erfolgreich, mit Unterschieden und Ähnlichkeiten von europäischen und nicht-europäischen Kulturen zu arbeiten und die Lächerlichkeit von Vorurteilen zu entlarven – und ist damit auch im besten Sinne ein Well-made-Play.“
Wahlweise das zweit- oder das drittplatzierte Stück wird am Partnertheater F. X. Šalda-Theater Liberec zur Uraufführung kommen.
Claus Fesel, Leiter Marketing und Unternehmenskommunikation der DATEV eG, unterstrich das Engagement als Hauptsponsor: „Seit 2014/15 unterstützen wir das Staatstheater Nürnberg dabei, dieses großartige Projekt TALKING ABOUT BORDERS in Nürnberg zu etablieren. Dass wir damit erfolgreich waren, davon zeugt die Auszeichnung mit dem AKF-Award vom Kulturkreis der deutschen Wirtschaft, den wir kürzlich gemeinsam erhalten haben. In der Begründung wird hervorgehoben, dass der Wettbewerb Anknüpfungspunkte biete, um die Menschen in den Partnerländern mit ihren Hoffnungen und Sorgen besser zu verstehen. Genau das wünsche ich mir auch für die aktuellen Partnerländer Tschechien und Slowakei. Ich bin gespannt, was wir ab dem 29. Juni auf der Bühne zu sehen bekommen werden.“
Die Preisverleihung findet zum Auftakt des dritten TALKING ABOUT BORDERS Festival am Donnerstag, 29. Juni, um 19.30 Uhr in den Kammerspielen statt, nach der Laudatio lesen Ensemblemitglieder Ausschnitte aus den Siegerstücken. Bereits um 18 Uhr eröffnet Dr. Zuzana Jürgens mit einem Vortrag über die Kunst- und Kulturlandschaft Tschechiens. Im Anschluss an die Preisverleihung um 21 Uhr wird Prof. Dr. Petr Christov, einer der führenden Theaterkritiker Tschechiens, einen Impuls-Vortrag zur Gegenwartsdramatik in den Wettbewerbsländern halten.
An den Festivaltagen vom 29. Juni bis 02. Juli präsentiert das Staatstheater Nürnberg zeitgenössische und klassische tschechische und slowakische Dramatiker*innen in szenischen Lesungen, vielfältige Formen der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema „Grenzen“, Vorträge, Musik und ein Gastspiel des F.X. Šalda-Theater, Liberec.
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