Ralf - Jörn Köster

Oboe (Solo koord.) 
Ralf - Jörn Köster
Was lieben Sie am meisten an Ihrem Beruf?
Die Vielfalt im Beruf des Musikers ist eine wunderbare Herausforderung. Verschiedene Epochen, verschiedene Komponisten und unzählige Werke – das erfordert Flexibilität und Aufgeschlossenheit. Es ist eine große Freude, zwischen den unterschiedlichen Stilen zu wechseln, die einem zum Teil an einem Tag begegnen. Bei jeder Vorstellung, bei jedem Konzert, aber auch in den Proben entstehen Unikate.

Was bedeutet Musik für Sie?
Für mich ist Musik die wichtigste Sprache, die ich spreche. Hier kann ich das ausdrücken, was mir in Worten nicht gelingt. Schon sehr früh war es mein großer Wunsch, diesen Beruf ergreifen zu können. Die Möglichkeit, hier in der Staatsphilharmonie meinen (Traum)-Beruf auszuüben, ist ein großes Geschenk. Am Abend in die Musik und die Geschichte einzutauchen, die erzählt wird, sich an einem gut gelungenen Solo zu erfreuen oder schlicht den hoffentlich verdienten Applaus für einen intensiven Abend zu genießen, sind gute Gründe dafür, immer noch zu sagen: Ja, ich liebe Musik, ich liebe meinen Beruf.

Was war bisher die größte Herausforderung in Ihrem Beruf?
Beim Mozartfest in Würzburg habe ich als Solist das Doppelkonzert von Antonio Salieri für Flöte und Oboe im Rahmen der Nachtmusik (Open Air) gespielt. Bei meinem Auftritt um circa 21.30 Uhr herrschte noch eine Außentemperatur von knapp 40°C. Der Flötenkollege und ich hielten uns unmittelbar vor dem Auftritt innerhalb der Würzburger Residenz bei angenehmen Temperaturen auf. Als wir den ersten Schritt nach draußen auf die Bühne machten, hatten wir das Gefühl, eine große Sauna zu betreten. Rasend schnell schlug sich die Luftfeuchtigkeit auf unsere relativ kühlen Instrumente nieder. Es bildeten sich Tropfen. Sofort begann das Wasser an unseren Instrumenten herunter zu laufen. Die Klappen waren glatt wie Schmierseife. Zeit zum Denken blieb nicht. Die Freude an der Musik hat uns durch das wunderbare Doppelkonzert getragen. Allein das Instrument nur gerade zu halten, war eine große Herausforderung.


Foto © Ludwig Olah

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