Johanna Schlüter

1. Violine 
Johanna Schlüter
Wie hat Ihr Instrument zu Ihnen gefunden?
Mein Vater war Konzertpianist, meine Mutter Klavierlehrerin. Meine Geschwister, inklusive meiner Halbgeschwister sowohl mütterlicher als auch väterlicherseits und auch deren Kinder (die Familienverhältnisse sind recht kompliziert) sind Pianisten.
Wir hatten einen Konzertflügel und drei Klaviere zuhause, und ich bin mit Bachs „Wohltemperiertem Klavier“ und Chopins Etuden groß geworden. Also habe ich auch mit dem Klavierspielen angefangen. Meine Mutter erzählt immer, ich hätte, als ich klein war, beim Spazierengehen einen Stock genommen und so getan, als ob ich Geige spiele und immer wieder gesagt, dass ich Geige lernen wolle. Ich kann mich daran nicht erinnern! Aber mit sieben bekam ich endlich meine erste Geige. Mit 12 oder 13 sollte ich mich für ein „Hauptinstrument“ entscheiden. Das war für mich natürlich sofort die Geige. Aber ich dachte, dass meine pianistische Familie enttäuscht wäre über diese Wahl, und lernte zunächst weiter beide Instrumente. Aber schließlich entschied ich mich doch für die Geige – und weder ich noch meine Familie haben das bereut!

Haben Sie einen Lieblingskomponisten oder ein Lieblingsstück? Und was macht das Besondere aus?
Ich bin ein Melodien-Junkie. Ich liebe es, auf der Geige zu singen. Neben Mozart und Beethoven liebe ich vor allem Schubert, z.B. die Schubertlieder mit Fritz Wunderlich. Beethoven ist für mich etwas rauer, eigenwilliger und melancholischer als Mozart, was mir besonders gefällt. In den Jahren hier in Nürnberg ist mir allerdings die „Elektra“ am intensivsten in Erinnerung geblieben – eine Wahnsinnskombination aus Story, Musik und Sprache. Mit zeitgenössischer Musik kann ich allerdings nichts anfangen – da fehlen mir Melodien!

Was ist das schönste an Nürnberg?
Ich bin in Nürnberg geboren und Nürnberg ist für mich meine Heimat!
Mein Vater ist gestorben, als ich 15 war, und hier in Nürnberg habe ich das Gefühl, ihm nahesten zu sein. An jeder Ecke habe ich Kindheitserinnerungen, obwohl wir aus beruflichen Gründen wegziehen mussten, als ich 13 war. Umso schöner, dass ich jetzt wieder hier bin!


Foto © Ludwig Olah

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